ABE erhält erstmals Fördermittel vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Durch die Förderprojekte ReBau (Regionale Ressourcenwende in der Bauwirtschaft) und ReNeReB (Regionales Netzwerk Ressourceneffizientes Bauen) entsteht im Indeland ein regionales Kompetenzzentrum und -Netzwerk für Ressourceneffizientes- und Kreislaufgerechtes Bauen. Die gemeinsame Auftaktveranstaltung beider Projekte findet am 22. Juni als online durchgeführtes Kick-off-Event statt, mit Beteiligten aus Wirtschaft, Politik, Forschung und Verwaltung. Die nordrhein-westfälische Umweltministerin Frau Dr. Ursula Heinen-Esser hat ihre Teilnahme an der Startveranstaltung bereits zugesagt. Finanziert werden die Projekte aus Mitteln des Regionalen Entwicklungsfonds (EFRE) sowie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie im Bundesmodellvorhaben „Unternehmen Revier“.

Der AACHEN BUILDING EXPERTS e. V. (ABE) ist an beiden Projekten beteiligt, an ReBau als assoziierter Partner und an ReNeReB als direkter Projektpartner mit Verantwortung zum Aufbau und Betreuung des Akteurs-Netzwerks.

Damit erhält ABE in seiner noch jungen Geschichte zum ersten Mal öffentliche Fördergelder. Das Förderprogramm „Unternehmen Revier“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie fördert Projekte, die die wirtschaftliche Entwicklung des Rheinischen Reviers voranbringen.

Im Rahmen des Projekts „ReNeReB“ wird ein regionales Experten-Netzwerk für ressourceneffizientes und kreislaufgerechtes Bauen entstehen, das mustergültige Beispielobjekte und Produkte sowie führende Fachleute in der Region miteinander verknüpft. Das Ziel ist, es den Kommunen im Rheinischen Revier zu ermöglichen, ressourceneffizientes und kreislaufgerechtes Bauen als allgemeinen Standard zu etablieren. Neben regelmäßigen Veranstaltungen mit relevanten Themenschwerpunkten wird eine Website als Informationsplattform aufgebaut, die Zugriff zu drei Datenbanken bietet: ein Verzeichnis an Baubeteiligten wie Architekten, Fachplanern, Ingenieuren, Bauunternehmen, Handwerkern und Baustoffhändlern; eine Auflistung an klimafreundlichen alternativen Baustoffen und vorbildliche Praxisbeispiele („Best Practices“). Die besten Objekte werden regelmäßig prämiert. Das Projektteam vereint sowohl Fachleute aus Lehre, Forschung und Praxis. Es besteht aus dem Institut für Rezykliergerechtes Bauen der RWTH Aachen, dem Kompetenznetzwerk für innovatives Bauen, AACHEN BUILDING EXPERTS e. V. (ABE) und der Faktor X-Agentur.


ABE-Geschäftsführer Goar T. Werner freut sich: „Mit dieser Förderung kann ABE den nachhaltigen Strukturwandel im Rheinischen Revier durch Innovationen im Baubereich unterstützen. Mit der Faktor X-Agentur um Klaus Dosch, sowie dem Institut für Rezykliergerechtes Bauen der RWTH Aachen von Prof. Dr. Linda Hildebrand kooperieren wir in diesem Projekt mit zwei Top-Playern in diesem Bereich.“

Das Projekt „ReBau“ etabliert ein regionales Kompetenzzentrum für Kreislaufgerechtes Bauen und Ressourceneffizienz im Bauwesen. Das Rheinische Revier hat in Bezug auf die Größe, die Arbeitsplätze und den Umsatz wesentliche Bedeutung in Hinblick auf den Rohstoff- und Energieverbrauch. Der Ansatz „Regionale Ressourcenwende“ betrachtet den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden, verbindet diesen mit zirkulärer Wertschöpfung, nutzt digitale Möglichkeiten und mobilisiert Expertisen aus Wirtschaft, Forschung und Entwicklung sowie Kreisen und Kommunen. Ein Innovationsscouting für grundlegend neuartige Bauweisen unterstützt das Bauwesen im Rheinischen Revier bei der Entwicklung und Umsetzung innovativer Ressourceneffizienz. Vorplanungen für ein prototypisches Quartier katalysieren eine ressourceneffiziente und kreislaufgerechte Siedlungstätigkeit im Rheinischen Revier zur Entlastung der Rheinschiene und helfen der Bauwirtschaft in Nordrhein-Westfalen bei der Gewinnung von Wettbewerbsvorteilen. ReBau mobilisiert so bislang kaum wahrgenommene Innovationspotenziale für kostenneutralen Klimaschutz durch Ressourceneffizienz und Kreislaufgerechtes Bauen. Beispielsweise werden neue kreislaufgerechte Bauprodukte zum Einsatz gebracht und eine Rohstoffbörse realisiert. Auch werden modellhaft Quartiere entwickelt und den Menschen in der Region wird die Möglichkeit gegeben, sich selbst mit neuen Lösungsansätzen bei eigenen Bauvorhaben einzubringen.

Durch die beiden neuen Projekte wird zusammen mit den unterschiedlichen Akteuren auf neue Lösungen hingearbeitet, um heimische und importierte Ressourcen intelligenter einsetzen zu können. Hierdurch soll die leistungsfähige Bauwirtschaft im Rheinischen Revier zukunftsfähig weiterentwickelt werden. Beide Projekte laufen zunächst bis Ende 2022.

Im Rheinischen Revier zwischen Aachen, Köln und Düsseldorf hat der Wandel in der Baukultur bereits begonnen: Der Bausektor als einer der großen CO2-Produzenten birgt zahlreiche Potenziale, durch eine ganzheitliche Betrachtung der Gebäude über den gesamten Lebenszyklus und eine intelligente Wahl von Rohstoffen und Baukonstruktionen große Mengen an CO2 jährlich einzusparen. Ressourceneffizientes Bauen (Faktor X-Bauweise) könnte so einen wichtigen Beitrag zur Einhaltung der Klimaschutzziele des Bundes leisten. Die Faktor X-Agentur der Entwicklungsgesellschaft indeland GmbH wendet diese Bauweise bereits in mehreren Pilotprojekten an. Durch eine gezielte Bauberatung und das von der Faktor X-Agentur entwickelte, europaweit einzigartige Klima- und Ressourcenschutz-Tool (KuRT), das einfach und internetbasiert berechnet, wie klima- und ressourcenschonend ein Bauvorhaben ist, konnte in ersten Baugebieten eine Halbierung des Ressourcenverbrauchs gegenüber aktuell konventionell errichteten Einfamilienhäusern erreicht werden. Zudem fallen in den Braunkohlerevieren aufgrund des Strukturwandels verstärkt auch Bauten aus der Funktion, die beim Rückbau als Rohstoffreserven genutzt werden können.