Ein Kunstwerk mit einem Gewicht von rund 13 Tonnen am Kranhaken ist auch auf einer Baustelle kein alltäglicher Anblick. Beim Neubau des Kurfürstenbades in Bonn Bad Godesberg war genau das jetzt zu sehen: Das historische Mosaik „Heiterer Tag am Wasser“ des Künstlers Paul Magar wurde aus dem Bestandsgebäude geborgen und damit für die Zukunft bewahrt. Beim besonderen Eingriff kam die Expertise von ABE-Mitglied KEMPEN KRAUSE Ingenieure gleich in zwei Bereichen zum Einsatz: in der Prüfstatik durch den geschäftsführenden Gesellschafter Dr.-Ing. Hans-Jürgen Krause und in der Tragwerksplanung.
Für den Ausbau wurde das Mosaik in zwei große Teile zersägt und gemeinsam mit den Stahlrahmen per Schwerlastkran aus dem Gebäude gehoben. Anschließend wurden die beiden Elemente zur Einlagerung abtransportiert. Nach Abschluss der Bauarbeiten soll das Kunstwerk wieder seinen Platz im Eingangsbereich des neuen Kurfürstenbades finden.
Was auf den Bildern spektakulär aussieht, erforderte im Vorfeld vor allem eines: präzise ingenieurtechnische Planung. Durch das Heraussägen der großformatigen Betonelemente wurde unmittelbar in die bestehende Gebäudestatik eingegriffen. Temporäre Stützkonstruktionen mussten daher geplant und eingebaut werden, um die Standsicherheit während des Rückbaus zu gewährleisten. Bereits in den Wochen zuvor waren vorbereitende Arbeiten, unter anderem das Heraussägen von Deckenelementen, durchgeführt worden.
Der erfolgreiche Ausbau zeigt eindrucksvoll, wie eng bei Eingriffen in bestehende Bausubstanz Planung und Ausführung zusammenspielen müssen. Und er macht deutlich, dass es beim Bauen im Bestand manchmal nicht nur um Beton und Stahl geht, sondern auch darum, besondere Elemente für die Zukunft zu bewahren. Als Totalunternehmer ist die nesseler Gruppe für die Umsetzung des Neubauprojekts verantwortlich. Bauherrin ist die Stadt Bonn. Mit KEMPEN KRAUSE Ingenieure und der nesseler Gruppe sind damit gleich zwei ABE-Mitglieder am Gesamtprojekt beteiligt.
© Bild: KEMPEN KRAUSE Ingenieure

