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Hindernisse und Chancen bei der Zusammenarbeit von Startups und etablierten Unternehmen (Ergebnisse des Workshops der Fokusgruppe Bau- und Immobilienwirtschaft)

15. April 2022

Am 30.03.2022 fand im Kontext mit dem ABE Startup Award ein Workshop mit der Fokusgruppe Bau- und Immobilienwirtschaft statt.

Bei diesem Workshop wurden Hindernisse, Chancen und Möglichkeiten in der Zusammenarbeit von Startups und etablierten Unternehmen erarbeitet. Das sind die Ergebnisse:

 

Türöffner und Standing

An jedem Anfang einer Zusammenarbeit steht die Kommunikation und ein Erstkontakt. Jedoch scheitern Startups oftmals schon an dem Versuch, Entscheider:innen etablierter Unternehmen zu kontaktieren. Häufig werden sie nicht als “wichtig genug” empfunden, um überhaupt an die Entscheider:innen weitergeleitet zu werden.

Tipp: Führen Sie eine Fast Lane (eine E Mail Adresse oder eine Telefonnummer) ein, unter der Startups Sie kontaktieren dürfen und leiten Sie diese (E Mail) auch bzw. vor allem an die Entscheider:Innen ihres Unternehmens weiter. Räumen Sie sich zudem auch Zeit in Ihrem Kalender ein, um die Startups auf ein potentielle Zusammenarbeit hin zu prüfen und ihnen zu antworten.

Zeit ist relativ

Wenn Startups etwas nicht haben, dann ist es Zeit.

Ein Gründungsstipendium hat leider nur eine begrenzte Dauer. Entscheidungen müssen schnell getroffen werden und lange Bedenk- oder Wartezeiten sind kaum möglich.

Wer als etabliertes Unternehmen mit einem Startup zusammenarbeiten will, sollte sich bewusst sein, dass monatelange Entscheidungsprozesse für ein Startup tödlich sein können, da es in den meisten Fällen keine Rücklagen gibt, auf denen man bequem eine Entscheidung abwarten kann. Faustformel: Was in einem etablierten Unternehmen in einem Quartal passiert, darf im Startup nicht länger als 2 Wochen dauern.

Tipp: Wenn Sie in Erwägung ziehen mit Startups zu arbeiten, bereiten Sie sich vor und kommunizieren Sie rechtzeitig innerhalb Ihres Unternehmens, um unnötige Verzögerungen zu minimieren.

Sichtbar werden

Das Budget von Startups ist meist überschaubar. Messestände oder Mitgliedsbeiträge in Verbänden kosten Geld, daher ist es als Startup nicht unbedingt einfach sichtbar zu werden oder Netzwerke aufzubauen.

Tipp: Laden Sie doch einfach ein paar Startups zu sich ins Unternehmen ein und geben Sie ihnen die Möglichkeit sich in Ihren Räumlichkeiten zu präsentieren. Im besten Fall findet man auch direkt heraus wie man zueinander passt.

Referenzen

“Haben Sie Referenzen?” diese Frage bekommt man als Startup immer wieder zu hören. Aber wie soll man Referenzen aufbauen, wenn man gerade erst gegründet hat? Wer mit Startups arbeiten will, sollte sich bewusst sein, dass auch ein Referenz-Portfolio erst entstehen muss und nicht immer Bestandskunden vorhanden sind.

Tipp: Werden Sie die Referenz. Sie müssen das Startup ja nicht gleich mit dem Flagship Projekt Ihres Unternehmens beauftragen. Fangen Sie mit einem kleinen Projekt an, und wenn Sie zufrieden sind, können Sie die Zusammenarbeit schrittweise erweitern. Bewerten Sie anstatt der Referenzen die Expertise der Gründer.

Zertifizierungen und Standards

Ob für Produkte, für Materialien oder für Prozesse, Zertifizierungen und Standards machen das Leben jedes Einkäufers leichter, da die Risikoabschätzung an Dritte ausgelagert werden kann.

Leider kosten diese Zertifizierungen Zeit und Geld. Jedes Unternehmen, dass schon mal ein Audit gemacht hat, weiß wieviel Aufwand dahinter steckt. Ein Aufwand der für Startups, die gerade erst ein Produkt aufbauen und/oder einen Markt erforschen, kaum zusätzlich zu stemmen ist.

Tipp: Wenn Zertifizierungen für Ihr Unternehmen oder Ihre Branche wichtig ist, arbeiten Sie gemeinsam mit den Startups auf diese Standards hin und erarbeiten Sie gemeinsam Kontrollmechanismen. Dann sollte es, sobald Geld und Zeit vorhanden ist, ein leichtes Spiel für das Startup sein, ein externes Audit zu durchlaufen.

Herzlichen Dank an Silvan Siegrist (Lumoview Building Analytics GmbH), Daniel Grube & Lukas Büdenbender (wirbauen.digital), Alexander Gran (bobbie Baustoffhandel 4.0), Sylvia Schuster (Projektitekt), Antonio Valle (n.core build) und Bastian Maiworm (amberoad) für den Input und Roksaneh Krooß (Sprecherin der Fokusgruppe Bau-und Immobilienwirtschaft) und Anastasia Demidova (Aachen Building Experts e.V.) für Organisation des Workshops und das Zusammenfassen der Ergebnisse.